Polarisation der Aufmerksamkeit
17. Mai 2010
Die Polarisation der Aufmerksamkeit wird auch als Montessori-Phänomen bezeichnet. Es beschreibt die ungewöhnliche Konzentrationsfähigkeit, die Kinder in bestimmten Situationen aufbringen können.
Entdeckt wurde das Phänomen 1907 von Maria Montessori, als sie ein dreijähriges Mädchen beobachtete, das sich voller Hingabe einem Zylinder-Steckkasten widmete. Das Mädchen wiederholte die Übung vielmals und ließ sich nicht nur durch die Pädagogin oder andere Kinder, die anfingen zu singen, stören. Maria Montessori zählte 44 Mal die gleiche Übung, ehe das Kind sich freiwillig entschloss aufzuhören. Bevor diese Polarisation der Aufmerksamkeit entdeckt wurde, ging man davon aus, dass Kinder sich generell sehr leicht ablenken lassen und auch nicht fähig sind, sich lange zu konzentrieren.
Die Tätigkeiten, die so voller Konzentration von Kindern ausgeübt werden, sind oft recht einfach und basieren auf Wiederholungen. Gerade diese Tatsache führt allerdings dazu, dass das Angewendete behalten und verinnerlicht wird. Der Lernprozess ist optimal. Durch die Polarisation der Aufmerksamkeit fängt das Kind an, sich selbst zu entwickeln und zu fördern. Die Selbstständigkeit des Lernens und Förderns ist ein Aspekt, der in der Maria Montessori Pädagogik tief verwurzelt ist und immer wieder zum Ausdruck kommt.
Die Vertiefung in eine Sache kann auch bei Erwachsenen noch teilweise bemerkt werden, beispielsweise beim Lesen eines Buches. Allerdings nimmt man als Erwachsener sein Wissen verstärkt mit der Intelligenz auf und nicht durch stetige Wiederholung eines Prozesses.
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