Das Erwachsenenalter ist nach Maria Montessori sozusagen der Abschluss der menschlichen Entwicklung. Diese Phase stellt also in dem Sinne keine sensible Periode mehr da. Der Mensch ist nun geistig und körperlich entwickelt.

Themenschwerpunkte der nun eintretenden Zeit sind Berufswahl, Familiengründung sowie das Finden von Vorbildern und festen Zielen für das eigene Leben.
Das Kind, was einmal war, wird also nun selbst zum Erwachsenen und bekommt vielleicht selbst Kinder.

Montessori bezeichnet diesen Abschnitt des Lebens als stabile Phase, in der keine großen Veränderungen der Persönlichkeit mehr stattfinden. Vor allem keine so großen, wie in den vorangegangenen Phasen.

Die Phase des Jugendalters ist anders, als bei den anderen sensiblen Phasen von einer speziellen Stimmung geprägt. Die der Pubertät. Hier treten, neben den körperlichen Veränderungen im geistig-intellektuellen Bereich viele Zweifel und Gemütsbewegungen auf. Es ist eine Phase in der Jugendliche im besonderen den Sensibilitäten für Gerechtigkeit und Menschenwürde, für soziale und gesellschaftliche Prozesse und für wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Verantwortung unterworfen sind.

Sie haben außerdem besonderes Interesse daran Schutz und Geborgenheit zu finden und auch ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Im Gegensatz zur zweiten Periode, die sich als stabil erweist, ist die dritte Periode durch Labilität gekennzeichnet. Insgesamt ist diese Zeit charakterisierbar durch soziale Sensibilität, verbunden mit der Entwicklung bewusster Unabhängigkeit und Selbständigkeit innerhalb des sozialen Beziehungsnetzes.

Heranwachsende entwickeln in dieser Phase ihres Lebens nun auch relativ konkrete Erwartungen und Vorstellungen. Sie sind gewillt sich Ziele zu setzen und für die Verwirklichung dieser auch Zeit und Arbeit zu investieren.

Die Phase eines Kindes im Alter von 6 bis 12 ist durchweg von Stabilität geprägt.
In dieser Phase der Entwicklung orientiert sich das Kind nun mehr an einem gesellschaftlich orientiertem Leben und zeigt Bedürfnis nach neuen sozialen Beziehungen. Das heißt also, dass das Kind nun auch den engen sozialen Bereich der Familie erweitert und somit auch seinem Aktionsbereich mehr Spielraum gibt.

Der Wissenserwerb und das Bedürfnis nach Selbständigkeit steht nun besonders im Vordergrund. So gewinnt das Kind durch eigene Aktivität und eigene Erfahrungen genaue Antworten.
In dieser Phase entsteht auch das moralische Bewusstsein. Das heißt, dass das Kind nun eigene und fremde Handlungen nach Gut und Böse beurteilt und auch einen Sinn für Gerechtigkeit hat. Das Gewissen des Kindes meldet sich nun immer mehr zu Wort.

Die erst kindlichen Vorstellungen von den Dingen entwickeln sich in dieser Phase nun weiter und werden abstrakter. Dies ist die Grundlage für späteres wissenschaftlicheres Lernen.
Im Allgemeinem wird diese Phase auch als Vorstufe zum Jugendalter bezeichnet.

In der Phase von 0 bis 3 Jahren gilt nach Montessori die kindliche Entwicklung als nicht direkt beeinflussbar. Es ist die Phase des absorbierenden Geistes, in der das Kind viel über die Umwelt aufnimmt und verinnerlicht. Hier ist es also besonders notwendig dem Kind auch die entsprechende Anregungsumwelt zu schaffen, was im Großem Maße durch die Bezugspersonen geschieht. In dieser Phase, lernt es also, auch durch dem einfachem Prinzip der Nachahmung die ersten Bewegungsabläufe sowie sich sprachliche mitzuteilen.

In der Phase von 3 bis 6 Jahren werden nun bereits gemachte Errungenschaften, wie im Bereich der Sprache, der Bewegung und auch der Ordnung im Zusammenhang mit der Sinnesentwicklung vervollkommnet und erweitet. Das Kind nimmt nun aktiver an seiner Umwelt teil.

Die Zeit von der Geburt bis hin zum 6. Lebensjahr ist also geprägt von der Entwicklung der grundlegendsten menschlichen Fähigkeiten. Kinder lernen in dem Alter Laufen sowie generell grob- und feinmotorische Fertigkeiten. Sie lernen die Sprache, welche stark mit dem Gehörsinn verankert ist, denn durch ihn wird die gesprochene Sprache aufgenommen. Und außerdem lernen Kinder in der ersten Periode ihres Lebens einen Sinn für Ordnung kennen. Das heißt, dass sie ein Bedürfnis nach einer geordneten Umgebung entwickeln sowie nach klaren Strukturen.

Maria Montessori stellte fest, dass es in der Entwicklung von Kinder Zeiten gibt in denen sie für das Erlernen bestimmter Fähigkeiten besonders empfänglich sind.

Diese sind aber von Kind zu Kind individuell sehr unterschiedlich. Das heißt, dass es besonders auch für Erwachsene wichtig ist diese Zeiten zu erkennen, um die Kinder dann optimal zu fördern. Es kommt also dann besonders darauf an für das Kind eine Umgebung zu schaffen und Material zur Verfügung zu stellen. Nur so kann es diese Empfänglichkeit gut ausnutzen in der sich das Kind wirklich für bestimmte Dinge interessiert und sich gern mit ihnen befasst. In einer solchen Periode ist es also besonders offen, es lernt leicht und nebenbei.

Wichtig für Erwachsene ist dabei, dass sie den Kindern ihren natürlichen Drang und ihr Interesse lassen, sich mit Dingen zu beschäftigen. Erwachsene haben dann die Aufgabe den Kindern zu helfen, wenn sie Hilfe benötigen.

Wichtig ist es also, dass Kinder in sensiblen Phasen mit einer natürlichen Leichtigkeit lernen. Wird eine Phase übersehen und das Kind in seinem Interesse nicht gefördert oder sogar behindert, kann es dieses Wissen später nur in mühsamer Arbeit, auf reflektierende Art und Weise nachholen.

Maria Montessori hat im Leben des Kindes drei große Phasen beobachtet, in denen das Kind für ganz bestimmte Sachen empfänglich ist, die für die Persönlichkeitsentwicklung maßgeblich sind. Die sensiblen Phasen bauen aufeinander auf und sind auf die individuelle Entwicklung des Kindes angepasst.

Die erste sensible Phase stellt die Zeit zwischen 0 bis 6 Jahren da. Es ist die Zeit des Kleinkindes, wo es Bewegungsabläufe lernt, mit Ordnung und Strukturen in Berührung kommt und sprechen lernt. Hier stehen also elementare Dinge im Vordergrund, die bei der Entwicklung der Persönlichkeit grundlegend sind.

Die zweite sensible Phase, von 7 bis 12 wird auch als Vorstufe des Jugendalters bezeichnet. Es werden nun die Fähigkeiten der ersten erweitert. Der Heranwachsende hat großes Bedürfnis nach Bildung und Gemeinschaft. Der Schwerpunkt liegt hier im allgemeinem auf dem moralischem und sozialem Bewusstsein.

Die dritte Phase vollzieht sich von 12 bis 18 Jahren. Hier kommen bereits die Bedürfnisse nach Selbstständigkeit, Geborgenheit und Schutz, wie auch Sensibilitäten für die Rolle in der Gesellschaft und für die Gerechtigkeit und Menschenwürde zum Ausdruck.

Sensible Phasen & Montessori

29. November 2007

Entdeckt wurden die sensiblen Phasen von Maria Montessori. Sie lies ihr Wissen um die sensiblen Phasen in ihre Art der Pädagogik einfließen, bzw. hat das Erkennen der sensiblen Phasen ihre Pädagogik-Verständnis grundlegend verändert.

Was sind sensible Phasen:
Maria Montessori beschreibt die sensiblen Phasen als Zeiträume in welchen ein Kind besonders empfänglich für ein bestimmtes Thema ist. Sie hat daraus geschlossen, dass das Kind in so einer Phase auch erheblich aufnahmefähiger ist für genau dieses Thema, da es sich gerade sehr stark dafür interessiert.

Beispiel einer sensiblen Phase:
Ein Kind interessiert sich brenned und andauernd für Zahlen; zeigt aber keinerlei Interesse für Buchstaben. Dann hat das Kind seine sensible Phase für mathematische Themen und ist dabei besonders aufnahmefähig für alles was damit zusammenhängt. Sicherlich hat das jeder Erwachsene, so oder so ähnlich schon einmal beobachtet.